Müsste der BVB-Präsident nicht egoistischer sein, was seinen Verein angeht, und sagen: "Meine Mitglieder wollen gar nicht zehn verschiedene Anstoßzeiten an einem Wochenende"? Als Liga-Präsident forcieren Sie dann ja Dinge, die Ihre Mitglieder beim BVB gar nicht wollen.
Da ist die Frage, wie man einen tragfähigen Kompromiss zu Stande bekommt. Da kommt wieder die Vielfalt der Fanszene ins Spiel. Diejenigen, die durch Sponsoring viel Geld in die KGaA stecken, sagen natürlich, dass sie möglichst international vertreten sein wollen. Das geht nur, wenn man investiert. Das wiederum geht nur, wenn man ausreichend liquide Mittel zur Verfügung hat. Das ist ein Kreislauf. Da muss man sich dann aber über diese Grundphilosophien unterhalten und sagen: Gut, ich achte und respektiere eure Philosophie, aber es gibt auch andere und man muss versuchen, beides hinzubekommen. Aber eine 100-prozentige Deckungsgleichheit ist ausgeschlossen. Eintrittspreise so gering wie möglich halten

Dann steht ja noch der Vorwurf im Raum, Sie hätten für höhere Eintrittspreise in Deutschland plädiert. Vor allem mit Blick auf die exorbitanten Preise in England.
Das steht auch in dem Brief der Fans. Über diese Behauptung bin ich sehr verärgert. Ich habe das nie gesagt. Ganz einfach, weil ich nicht so denke. Warum machen wir das denn mit der TV-Vermarktung? Wir haben drei wichtige Einnahmequellen im Fußball: Ticketing, Sponsoring und TV-Vermarktung. Das ist die Situation, wie wir sie seit Jahren haben. Jetzt steht ein neuer Vertrag an. Wenn wir uns nun für dieses Modell entschieden haben, dann auch deshalb, weil wir die Eintrittspreise so gering wie möglich halten wollen. Über die Ticketpreise entscheidet sowieso nicht der Ligaverband oder die DFL. Das entscheidet jeder Verein selbst. Wir versuchen aber, die anderen beiden Parameter so aufzustellen, dass wir bei den Eintrittspreisen in Europa ein niedriges Niveau halten können. Der Durchschnittspreis liegt knapp unter 20 Euro. Den haben wir halten können, weil die anderen Bereiche so gut aufgestellt sind.
Zwischen dem neuen Vertrag mit Sirius und dem bisherigen Vertrag liegt eine Differenz von 80 Millionen Euro. Das erscheint – zumindest angesichts der vielen Änderungen, die der Vertrag mit sich bringt – ziemlich wenig. Ist das nicht ein bisschen zu viel Aufregung um einen relativ geringen Mehrbetrag?
Wer bezeichnet denn allen Ernstes 80 Millionen als gering?