10.08.2018

Nachwuchsarbeit

Zorc: "Andere weit voraus"

Foto: Ralf Rottmann

Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc hat sich in einem Interview mit T-Online unter anderem zur Nachwuchsarbeit im Deutschen Fußball geäußert und diese kritisiert.

Borussia Dortmund hat in den vergangenen Jahren nur noch wenige, deutsche Nachwuchstalente in seine Bundesligamannschaft integriert. In einem Interview mit T-Online wird BVB-Sportdirektor Zorc genau mit diesem Punkt konfrontiert. Begabte, junge Spieler wie Christian Pulisic, Ousmane Dembele oder Jadon Sancho seien alle aus dem Ausland zum BVB gekommen. 


Zorc ist der Meinung, "dass man an den aktuellsten Ergebnissen der deutschen Junioren-Teams ablesen kann, dass international andere Nationen gerade deutlich die Nase vorn haben. Die Förderung der Talente ist im Ausland gegenwärtig zumindest erfolgreicher – und es ist zumindest momentan einfacher, ein absolutes Top-Talent in Frankreich oder England zu finden als in Deutschland."

Die Förderung der Talente ist im Ausland gegenwärtig zumindest erfolgreicher
Michael Zorc

Der BVB-Sportdirektor denkt außerdem, dass man Dinge "manchmal erzwingen" muss, damit sie auch zeitnah umgesetzt werden. Damit spricht er die Einbindungspflicht der Nachwuchsleistungszentren in Bundesligavereinen an, die für eine Bundesliga-Lizenz von Nöten ist und der deutschen Nachwuchsförderung Anfang des Jahrtausends einen großen Schub gegeben hatte. Zorc: "Ich kann nur sagen, dass das damals die Initialzündung war. Davon haben wir bis vor kurzer Zeit sehr profitiert. Wir waren in der Nachwuchsarbeit sicher mit führend in Europa."

Mit Mario Götze, Marco Reus, Marcel Schmelzer und Dzenis Burnic hat der BVB aktuell immerhin vier deutsche Spieler im Kader, die bereits in der eigenen Jugend des Vereins gespielt haben.

Autor: Marlon Irlbacher


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10.08.2018 - 11:18 - 1976

Übrigens: Natürlich hat Stefan Kuntz und andere recht, dass es den Jungs heute zu gut geht. Aber soll das eins der Probleme sein? In Frankreich oder England geht es den Jungs in den großen Clubs auch sehr gut. Das ist halt unsere Zeit und das ist überall in Europas Großclubs so. In Eindhoven müssen sich die Jungs ihre Fussballschuhe auch nicht selber kaufen und auf Asche wird auch nicht trainiert. Das ist doch nicht der Kern des Problems. Man sagt immer, dass in der Jugend die besten Trainer/Ausbilder arbeiten sollen. Das tun sie aber nicht! Jedenfalls bei weitem nicht alle!

10.08.2018 - 11:14 - 1976

Man sollte als erstes dafür sorgen, dass Chancengleichheit besteht und die wirklichen Talente gefördert werden. Offensichtliche Altersbetrügereien müssen unterbunden werden. Darüber hinaus sollte man hinsehen, ob in den NLZ auch wirklich die besten Ausbilder arbeiten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht so ist. Es gibt dort gute Trainer. Aber auch viele, die allein aus Seilschaftereien dort tätig sind. Qualität ist anders. Viele erkennen nicht was ein wirkliches Talent ist und wer allein von seiner temporären körperlichen Überlegenheit profitiert. Letztere liefern aber Ergebnisse, wo dann das nächte Problem liegt. Ich könnte noch Seitenlang aus jahrelanger Erfahrung in den NLZ schreiben. Aber wen interessiert es wirklich? Es ändert sich nichts. Es ist auch nur deswegen überhaupt gerade ein Thema, weil die Nationalmannschaft so schlecht abgeschnitten hat. Die bestehenden Probleme gab es aber auch schon als Deutschland 2014 Weltmeister wurde.

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