20.07.2018

"Komplette Amateure"

Rummenigge ledert die DFB-Führung weg

Foto: firo

Karl-Heinz Rummenigge findet, dass beim Deutschen Fußball-Bund "komplette Amateure" am Ruder sind. Er schlägt Philipp Lahm als Vizepräsidenten vor.

Nach dem historischen Vorrundenaus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland ist bereits von vielen Seiten harsche Kritik auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingeprasselt. Nun stimmt auch der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München ein. Karl-Heinz Rummenigge meldete sich am Freitag bei der Eröffnung einer Sonderausstellung zu Ehren des ehemaligen Trainer Jupp Heynckes zu Wort.

Rummenigges knallharte Worte: "Ich fordere gar nichts. Ich stelle nur fest, dass beim DFB komplette Amateure das Geschehen übernommen haben. Da spielen natürlich Leute wie Koch (DFB-Vizepräsident Rainer Koch, Anm. d. Red.) und viele Landesfürsten eine Rolle." Weiter sagte er: "Mir fehlt im Moment die klare professionelle Handhabe der Krisensituation. Es wundert mich aber auch nicht, der DFB ist nur noch durchsetzt von Amateuren. Mir fehlt da die Fußball-Kompetenz."

Rummenigge schlug außerdem Philipp Lahm, den Kapitän der Weltmeisterschaft-Mannschaft von 2014, für das Amt des Vize-Präsidenten vor. Rummenigge: "Ich halte Philipp Lahm und seinen Berater Roman Grill als perfekt passend für den DFB, weil Philipp diese Qualität hat, möglicherweise für einen Verband zu arbeiten." Lahm als Vizepräsident wäre für Rummenigge perfekt, "um dem Präsidium ein Stück mehr Professionalität zu geben."

Kritik auch am Umgang mit Özil

Zum Thema Mesut Özil äußerte sich Rummenigge ebenfalls. Der Nationalspieler war bereits vor der WM in die Kritik geraten, als er gemeinsam mit Ilkay Gündogan für ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recey Tayyip Erdogan posierte. Während der DFB vor dem Turnier versucht hatte, Özil zu schützen, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nachher gegenüber "Die Welt": "Man hätte überlegen müssen, ob man aus sportlichen Gründen auf ihn verzichtet." DFB-Präsident Reinhard Grindel fand seinerseits erst nach dem Turnier im "Kicker"-Interview, dass Özil sich zum Thema äußern solle. Rummenigge meint: "Es ist offensichtlich nicht gut gehandhabt worden, aber ich glaube, Mesut Özil als exklusiven Sündenbock darzustellen, sorry, das finde ich für weit überzogen."

Autor: tm

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