18.07.2018

Weinzierl

Darum bin ich auf Schalke gescheitert

Foto: firo

Schalkes Ex-Trainer Markus Weinzierl gesteht: Schalke war eine Riesen-Chance, aber auch ein Risiko. Für neue Aufgaben hat er auf jeden Fall Lehren gezogen.

Zu Monatsbeginn hat Markus Weinzierl die Erleichterung gespürt. Er wollte frei sein, begründete er neulich die Anfang Juli vollzogene Vertragsauflösung beim FC Schalke 04. Der Trainer-Vorgänger von Domenico Tedesco ist damit nun frei für einen neuen Verein. In der Sport-Bild erklärte er nun, warum er bei den Königsblauen in der Saison 2016/17 gescheitert ist und wie er sich heute anders präsentieren würde. Weinzierl: „Ich wusste, dass Schalke eine Riesen-Chance sein kann. Aber auch ein Risiko. Nun hat es mich erwischt, trotzdem habe ich viele wichtige Erfahrungen bei so einem großen Verein gemacht und viele Lehren für meine Zukunft gewonnen. Ich bin über den Verlauf aber selbstverständlich unglücklich. Umso ehrgeiziger bin ich, das wieder gutzumachen.“

Wir haben die ersten fünf Spiele verloren, das war brutal. Von da an konnte ich nur noch mit dem Rücken zur Wand arbeiten
Markus Weinzierl

Den einen Grund für die Erfolgslosigkeit macht Weinzierl jedoch nicht aus: „Es gibt viele Punkte. Die Anfangsphase ist für mich der Knackpunkt. Wir haben die ersten fünf Spiele verloren, das war brutal. Von da an konnte ich nur noch mit dem Rücken zur Wand arbeiten – das emotionale Umfeld auf Schalke macht es dir natürlich auch nicht leichter.“ Zu Beginn seiner Zeit in Gelsenkirchen seien schlichtweg zu viele Fehler gemacht worden – daraus ergeben sich für den 43-Jährigen Veränderungen für seine kommenden Aufgaben im Profifußball: „Zum Beispiel würde ich heute die neuen Spieler schneller einfordern. In der letzten Woche der Transferperiode kamen drei Neuzugänge, zudem kehrten Goretzka und Meyer nach Olympia erst kurz vor Saisonstart zurück. Die Vorbereitung war quasi hinfällig. Bis ich alles kennengelernt hatte, war es schon fast zu spät. Mit der Dreifachbelastung kamen dann noch Kleinigkeiten wie die Verletzung von Naldo erschwerend dazu.“

Weinzierl betont, nicht neidisch auf seinen Nachfolger zu sein – warum Schalke mit ihm als Trainer mit Platz zehn und dem Verpassen des Europapokals vergleichsweise maßlos enttäuschte, während Domenico Tedesco S04 zum Vizemeister machte, sei nicht so einfach vergleichbar: „Es ist ein Unterschied, ob du drei Wettbewerbe spielst oder nur zwei. Ich hatte 29 Spieler im Kader, letzte Saison waren es 24. Christian Heidel war damals genauso wie ich neu, er kannte den Verein nicht so gut wie jetzt. Es ist eine ganz andere Aufgabe, die Schalke ohne Frage toll erledigt hat. Wenn man beide Jahre deckungsgleich übereinanderlegen könnte und solch unterschiedliche Erfolge dabei herauskommen, dann würde ich mir Gedanken machen.“

Nachtreten gegen Christian Heidel, der sich der Trennung im vergangenen Sommer mehrmals über Weinzierl geäußert hatte, will er aber nicht: „Das bringt nichts.“

Autor: RS

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