22.05.2018

RWE

Warum die Final-Pleite Mut macht für die neue Saison

Foto: Michael Ketzer

Aus Essener Sicht hätte das Niederrheinpokal-Finale gegen RWO (1:2) kaum bitterer laufen können. Dennoch kann Rot-Weiss Essen positive Dinge daraus ziehen.

Die Reaktionen der Essener Spieler sprachen Bände. Kapitän Benjamin Baier diskutierte unmittelbar nach dem Abpfiff lautstark mit dem Schiedsrichtergespann um den Unparteiischen Markus Wollenweber. Nico Lucas trat wutentbrannt gegen eine Werbebande, während andere fassungslos ins Leere starrten oder wie Marcel Platzek überhaupt nicht mehr stehen konnten. Welche Auswirkungen diese Finalniederlage für die Essener haben könnte, war für die Spieler zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu realisieren.

Aber: Die Final-Niederlage durch ein vermeintlich irreguläres Tor in der 90. Minute durch Oberhausens Yassin Ben Balla macht Mut für die neue Saison. Auch aus spielerischer Sicht. Die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel ackerte, war dominant im Ballbesitz und ließ mit Ausnahme von drei Schüssen über 90 Minuten hinten nichts zu. „Das sind Dinge, das wollen die Leute nicht hören“, weiß Neitzel. „Wir haben verloren, das ist das Entscheidende. Wir müssen keine Ausreden suchen.“ Es ist eine Krankheit, mit der die Bergeborbecker bereits die gesamte Saison zu kämpfen hatte. Sie schenken eben diese Spiele durch unnötige Fehler in der Schlussphase wieder her.

Aber dieses Mal ist etwas anders. Es ging eben nicht mehr in einem vermeintlich bedeutungslosen Liga-Spiel darum, ob man Achter, Zehnter oder Zwölfter wird. Für den Verein ging es um einen ordentlichen Batzen Geld, für die Spieler um ein Karriere-Highlight. Und so kostet dieses unnötige Gegentor, das bei aller Irregularität trotzdem hätte verhindert werden können, die vielleicht einmalige Gelegenheit, ein Pflichtspiel gegen Bayern München oder Schalke 04 auszutragen. In den letzten Jahren konnte RWE bereits tolle Fußballfeste gegen Bielefeld, Düsseldorf oder Mönchengladbach feiern. Ein Final-Sieg hätte das größte Essener Spiel-Problem nur noch einmal kaschiert.

Und so gibt Neitzel die Richtung für die neue Saison bereits vor: „Es gilt nun aufzustehen, es muss abgetrauert werden und dann geht es neu los. Das motiviert uns ein Stück weit mehr, ein solches Spiel auf keinen Fall zu verlieren.“ Dieses Gefühl spürte der Fußballlehrer dann auch schon nach dem Spiel in den Katakomben des Stadion Niederrhein: „Es gab emotionale Ansprachen, die machen mir total Mut für die neue Saison.“ RWO könnte dem Rivalen genau den Tritt in den Hintern verpasst haben, den es für eine erfolgreiche Spielzeit 2018/19 gebraucht hat.

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