22.05.2018

Versuchter Platzsturm

Aachener Chaoten randalieren in Bonn

Foto: Imago

Eine Rudelbildung im Mittelkreis ließ die Anhänger des TSV Alemannia Aachen explodieren. Einige Hundert brachen das Tor zum Spielfeld auf und wollten den Platz stürmen.

Lange war es ruhig geblieben auf den Rängen und vor allem im Aachener Block. Bis zur 115. Minute der Verlängerung. Schon im Vorfeld des Pokalendspiels zwischen der Alemannia und Viktoria Köln (0:2) begab sich Bonn in einen kleinen Ausnahmezustand. Die Begegnung Aachen gegen Viktoria Köln war schon immer ein Nährboden für aggressive Stimmung. Tradition gegen einen Investorenklub. Somit war die Trennung beider Fanlager oberstes Gebot.

Diese reichte sogar bis in den Shuttle-Bus Verkehr. Die Aachener Fans mussten einen deutlich längeren Fußweg als die Viktoria-Anhänger zurücklegen. Ein Konzept, das soweit auch aufging. Nur ein Fanlager wollte sich nicht an die Spielregeln halten. Blieb es vor dem Stadion ruhig, waren es ausgerechnet die 22 Akteure auf dem Rasen, welche die Szenerie zum Überkochen brachten. Ein Zweikampf zwischen Maurice Pluntke und Timm Golley brachte nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans ordentlich in Rage. „Ich kann die Entscheidung, zwei Spielern Gelb und Mickels sogar Rot zu zeigen, den anderen aber gar nichts, nicht ganz nachvollziehen“, urteilte Alemannia-TrainerFuat Kilic.

Der sportliche Aspekt und somit auch die Entscheidung des Schiedsrichters, der bis dahin eine gute Figur abgab, spielt aber unter Berücksichtigung der Szenen, die sich in der Folge auf den Rängen abspielten nur eine geringfügige Rolle.

Denn da brannten in den Köpfen einiger Hundert Alemannia Fans plötzlich die Sicherungen durch. Waren sie zuvor bloß mit einigen Pyro-Einlagen aufgefallen, wollten sie nun den Platz stürmen. Tumultartige Szenen brachen aus. So entwickelte sich nicht nur ein in sportlicher Hinsicht für die Alemannia schwarzer Abend, sondern noch ein weiterer Imageschaden. Innerhalb weniger Sekunden befanden sich zwei Dutzend Ordner vor dem Aachener Block, die die Situation zu beruhigen versuchten. Erfolglos. Schnell rannten Mergim Felljzullahu, Nils Winter sowie Tobias Mohr zu ihren Anhängern. Sprachen mit ihnen und versuchten zu besänftigen. „Klar, können wir den Ärger verstehen, aber so etwas geht natürlich nicht“, befand Nils Winter. Winter, dessen Vertragsverlängerung noch fraglich ist, wird sicher auch diese Situation im Hinterkopf behalten.

Autor: Thomas Lipke

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