18.05.2018

RWO

Es wird wieder Zeit für einen Coup

Foto: Micha Korb

Mit einem Erfolg im Niederrheinpokal könnte Rot-Weiß Oberhausen an erfolgreichere Tage anknüpfen.

Das Ziel für Fans, Verantwortliche und Spieler für das Derby im Pokalfinale am Pfingstmontag ist eine eindeutige Sache: Endlich soll der Pott mal wieder nach Oberhausen kommen, beziehungsweise in diesem Fall am besten gleich hier bleiben. Schließlich ist das letzte Mal schon eine ganze Ecke her.

Um genauer zu sein, sind fast genau 20 Jahre vergangen, seit die Kleeblätter zuletzt als Sieger den Finalrasen verließen. Am 9. April 1998 gab es für den damaligen Regionalligisten unter Trainer Gerd vom Bruch ein eher trübes 2:0 nach Verlängerung gegen den Oberligisten SV Straelen. Jörg Beyel (93.) und Torjäger Achim Weber (98.) machten im Stadion Niederrhein den Gewinn des damals noch als Arag-Cup-Niederrhein bezeichneten Niederrheinpokals perfekt.

Während das Finale, wohl auch wegen seines eher unspektakulären Verlaufs, nur noch beinharten Fans wirklich in Erinnerung geblieben sein sollte, ist die anschließende Pokalrunde eine, an die man gerne zurückdenkt, wenn man das Kleeblatt im Herzen trägt. In der ging es für das Team von Kulttrainer Alexander Ristić nämlich bis ins Halbfinale.
Gegner dort war der große FC Bayern München. Zwar ging das „Heimspiel“ im Gelsenkirchener Parkstadion am Ende mit 1:3 an den haushohen Favoriten. Aber der Wille war da.

Die bis dahin eingefahrenen Siege gehören zweifelsohne mit zu den Höhepunkten der jüngeren Vereinsgeschichte. Mit dem Hamburger SV (7:6 nach Elfmeterschießen) als auch Borussia Mönchengladbach (2:0) schalteten die Rot-Weißen um den späteren Trainer Jürgen Luginger gleich zwei Bundesligisten auf dem Weg ins Halbfinale aus.

In solchen Sphären träumen die RWO-Fans sicherlich nicht, selbst wenn ihr Team am Montag den Einzug in die erste DFB-Pokal-Runde schaffen sollte. Dennoch hat die Partie in vielerlei Hinsicht eine besondere Bedeutung. Nicht nur kann man dem ewigen Rivalen ein Schnippchen schlagen und eine am Ende bedeutungslose Saison auf Rang neun in der Liga mit einem versöhnlichen Ende versehen. Mit dem Titelgewinn könnte sich der Verein endlich wieder einen Traum erfüllen. Und ist es nicht genau das, wovon der Fußball lebt? Sich Träume zu verwirklichen? Zumal mit ein bisschen Erfolg im Gepäck der Verein für Spieler und auch Sponsoren attraktiver würde. Dies wäre vor einer Regionalliga-Saison, in der der West-Meister direkt aufsteigen wird, ein wahrer Segen.

Niederrheinpokal in den letzten Jahren keine Erfolgsgeschichte

In der jüngeren Vergangenheit war der Niederrheinpokal für die Kleeblätter keine Erfolgsgeschichte und gab nur wenig Anlass zu großen Träumen. Da jagte ein bitteres Aus das nächste. Die vergangenen beiden Jahre war jeweils im Halbfinale Endstation, 2017 gegen den späteren Sieger MSV Duisburg (0:3) und zuvor ein deprimierendes 4:6 nach Elfmeterschießen gegen den Wuppertaler SV.
Auch in den Endspielen mussten die RWO-Fans zuletzt mit solch bitteren Enttäuschungen leben. Im Mai 2015 gab’s unter Trainer Andreas Zimmermann ein unglückliches 5:6 nach Elfmeterschießen gegen den aktuellen Gegner Rot-Weiss Essen. Damals in Essen wie in Wuppertal danach war Christoph Caspari der Pechvogel, der den entscheidenden Strafstoß vergab.

Und über das besonders schmerzhafte 0:1 im eigenen Stadion gegen einen gewissen Gegner aus Baumberg soll hier erst gar nicht groß gesprochen werden.

Mit einem Sieg gegen den Erzrivalen und anschließendem Losglück gibt es ja dann vielleicht eine neuerliche Pokal-Erfolgsgeschichte für die Kleeblätter. Und vielleicht, nur vielleicht, kommt es sogar zum Wiedersehen mit dem Rekordmeister aus München im kommenden Sommer. Man wird ja wohl mal träumen dürfen…

Autor: Sebastian Stachowiak

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