25.04.2018

Geht er oder bleibt er?

Schalke hängt Kehrer ein Preisschild um

Foto: firo

Für eine zweistellige Millionen-Ablöse könnte der talentierte Linksverteidiger den Bundesligisten im Sommer verlassen. Die Idealvorstellung ist das aber nicht.

Schalke 04 hat in vielerlei Hinsicht Tradition. Eine, auf die sie beim Fußball-Bundesligisten allerdings so gar nicht stolz sein können, ist die: Sobald sich die im eigenen Verein ausgebildeten Talente in der ersten Mannschaft für die großen Klubs des europäischen Fußballs interessant gemacht haben, widerstehen sie nicht den Verlockungen und verlassen die Königsblauen. Das war schon 2008 bei Mesut Özil so, drei Jahre später bei Manuel Neuer, genauso gut bei Julian Draxler (2015), Leroy Sané und Joel Matip (beide 2016) sowie beim – wenn auch noch in Schalke groß gewordenen, aber im Sommer zum FC Bayern ziehenden – Leon Goretzka. Und für 2019 steht theoretisch schon der Nächste bereit: Thilo Kehrer, großes Talent auf der international heiß begehrten Position des Linksverteidigers.

Der 21 Jahre alte Abwehrspieler, Absolvent der Knappenschmiede und mit dem Schalker Nachwuchs auch schon Deutscher Meister geworden, steht in Gelsenkirchen nur noch bis zum Ende der Saison 2018/2019 unter Vertrag. Vertragsverhandlungen haben aus Sicht des Klubs noch nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt, Kehrer ist noch nicht zu einer Unterschrift bereit. Für S04 ergeben sich daraus zwei Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen: Kehrer im Sommer bei der letzten Gelegenheit für einen stattlichen Geldbetrag zu veräußern oder ihn ein Jahr weiter spielen zu lassen mit dem Risiko, dass der Umworbene danach ablösefrei den Verein verlässt.

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Laut der Sportbild hat sich die Vereinsführung um Sportdirektor Christian Heidel nun für eine Strategie entschlossen. Und die könnte zu einer Trennung im Sommer führen. Allerdings nur, wenn sich ein Abnehmer findet, der tief in die Tasche greift. Ab einer Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro soll der designierte Champions-League-Teilnehmer bereit sein, Kehrer ziehen zu lassen. Andernfalls würde man mit ihm in den Kreis der größten europäischen Klubs zurückkehren und zusehen, was im Laufe der Saison passiert. Eine sehr knifflige Angelegenheit für Heidel, der den Fans natürlich nur zu gerne den Verbleib von Führungsspielern und Identifikationsfiguren verkünden würde.

Autor: Andreas Berten

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