13.02.2018

Regionalliga

Bei RWE laufen neun Verträge aus

Foto: Thorsten Tillmann

Der neue Trainer an der Hafenstraße wird genug „Spielraum“ haben, um den Kader von Rot-Weiss Essen zu verändern. Von Wackelkandidaten bis feste Größen.

Rot-Weiss Essen hat zur Zeit einige offene Baustellen: Die Nachfolge-Entscheidung für den Noch-Trainer Argirios Giannikis zieht sich in die Länge, für die offene Leitung im Nachwuchsleistungszentrum hat man ein tragfähiges Provisorium geschaffen. Und „ganz nebenbei“ laufen im Sommer auch noch neun Spielerverträge aus. Während die ersten Fans ob der ausbleibenden Verlängerungen schon ungeduldig werden, kann dies aber das große Plus für den neuen Coach werden, schließlich wird er seine eigenen Ideen einbringen wollen. Wir haben uns die fraglichen Kandidaten einmal angeschaut.

Abwehr
Dennis Malura: Der im Sommer 34-Jährige kam vor zwei Jahren von Viktoria Köln und galt als Lieblingsschüler von Ex-Trainer Sven Demandt. Der knochenharte Außenverteidiger bringt eine Menge Erfahrung ein, übertreibt es aber zuweilen mit der Theatralik bei Foulspielen. Dennoch: Wenn Ma­lura zu seinen Flankenläufen auf der rechten Seite ansetzt, wird es in der Mitte gefährlich. Bei realistischen Gehaltsvorstellungen sicherlich noch eine Alternative.

Jan-Steffen Meier (25): Wenn Solidität und Beständigkeit bei Rot-Weiss ein Gesicht braucht, dann ist es das von Meier. Der in Wuppertal ausgebildete Verteidiger ist vielseitig einsetzbar, hat momentan seine Position in der Dreierkette sicher. Als Allrounder ist er eigentlich unverzichtbar.

Timo Becker: Der 20-Jährige ist DER Gewinner der Saison. Nachdem ihn sich Trainer Demandt wegen eines kleinen Schlendrians zur Brust nahm, hat er den Ernst des Seniorenfußballs begriffen. Mittlerweile ist er aus der Dreierkette nicht mehr wegzudenken und entwickelt sogar Torgefahr. Der Neue wäre gut beraten, ihn als erstes halten zu wollen.

Boris Tomiak: Der 19-Jährige ist über die Backup-Rolle im Kader bislang nicht hinaus gekommen. Tomiak ist eher ein stiller Vertreter, ruhig und abgeklärt verrichtet er seine Abwehrdienste, wenn er gebraucht wird. Ob es aber für eine Vertragsverlängerung genügt, muss stark bezweifelt werden.

Hervenogi Unzola: Als er aus Verl kam, gefiel er vor allem durch seine Physis und seine Grundschnelligkeit auf der linken Seite. Für viele unverständlich, dass er zur Zeit das Duell mit Tolga Cokkosan entscheidend verloren hat.

Mittelfeld
Benjamin Baier: Die Entscheidung wird dem neuen Coach vielleicht mehr als eine schlaflose Nacht kosten: Geht es um die Qualitäten als „Aggressions-Experte“ auf dem Platz, ist der 29-jährige Aschaffenburger wohl unumstritten. Motto: Keine Tête-à-Têtes im Mittelfeld ohne Baier. Manche Spiele saugt er förmlich an. Legt Trainer X aber Wert auf schnelles Umschaltspiel, könnte der Daumen auch nach unten gehen. Das wird die „Königs-Entscheidung“ für den Sommer.
Angriff
Kamil Bednarski: Bei seinem Kommen war der Jubel besonders groß, der Deutsch-Pole hatte im ETB- oder Wiedenbrücker Trikot den RWE-Fans immer große Schmerzen bereitet. Kaum an der Hafenstraße, kämpfte er mit eigenen Schmerzen, der 32-Jährige ist vom Verletzungspech verfolgt. Seine Highlights sind handverlesen, aber spektakulär: Sein Tor beim 1. FC Köln schaffte es in die Auswahl „Tor des Monats“. Dennoch: Seine Zeit bei RWE neigt sich wohl dem Ende zu.

Cedric Harenbrock: Dem feinen Techniker aus Leverkusen merkte man die Umstellung auf „Männerfußball“ besonders an, was er auch unumwunden zugab. Mittlerweile findet er sich besser zurecht, sein Potenzial ist unübersehbar und weiter ausbaufähig, seine Entwicklung bleibt spannend. Halten.
Roussel Ngankam: Inzwischen hat er seinen Bank-Stammplatz sicher. Schnell, aber meist auch zu schnell für den Ball, er kriegt sein Spiel einfach nicht geordnet. Ein Verbleib würde sehr überraschen.

Autor: Ralf Wilhelm

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