14.02.2018

TSG Sprockhövel

Der Trainer hat verlängert

Foto: Benjamin Neumann

Die Saison 2017/2018 ist zwar erst zur Hälfte rum, doch Fußball-Oberligist TSG Sprockhövel beschäftigt sich schon mit der Spielzeit, die darauf folgt.

Die T-Frage ist auch schon geklärt. Das komplette Trainer-Team macht weiter – mit Andrius Balaika (39) an der Spitze. Wir sprachen mit dem Litauer.

Kurz nach der Vertragsverlängerung haben Sie gesagt: Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich in Sprockhövel wohl fühle. Was meinten Sie denn konkret damit?
Balaika: In erster Linie das ruhige Umfeld. Da geht es bei anderen Vereinen ja ganz anders zu. Da läuft es manchmal recht chaotisch, wie die Beispiele Marl-Hüls und Hassel gezeigt haben. Beide Vereine haben ihre Mannschaften ja aus der Oberliga zurückgezogen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas bei uns passieren kann. Die Leute drumherum sind verlässlich, man kann ihnen vertrauen. Man kann sich hier in Ruhe entwickeln - auch als Trainer. Außerdem ist der Verein bodenständig und bescheiden geblieben. Man lebt hier in Sprockhövel nicht über seine Verhältnisse.

In der Vorsaison haben Sie auch erlebt, wie es in der Regionalliga zugeht. Große Vereine, große Stadien. Wäre das nichts für Sie?
Wir alle haben die Zeit in der Regionalliga sehr genossen. Aber wir haben auch alle gemerkt, wie anstrengend diese Zeit war. Dieses Jahr hat viel Kraft gekostet.

Heißt das im Klartext: Die Saison in der Regionalliga war schön, aber es ist auch gut, dass sie Vergangenheit ist?
Nein, das wollte ich damit nicht sage. Ich hätte diese Zeit gerne verlängert, es wäre schön gewesen, wenn wir drin geblieben wären? Aber jetzt sind wir in der Oberliga gut aufgehoben.

Ein Trainer-Job in der Regionalliga, dann vielleicht bei einem anderen Verein, reizt Sie also gar nicht?
Vielleicht mal irgendwann in der Zukunft. Zurzeit aber nicht.

Dass Sie in Sprockhövel verlängert haben, ist ja keine Überraschung. Aber ein Selbstläufer war die Verlängerung auch nicht - oder?
Wichtig sind die Bedingungen, unter denen man arbeitet. Und wichtig ist auch, dass man eine Perspektive hat, dass man mit einer entwicklungsfähigen Mannschaft arbeitet.

Vermissen Sie in Sprockhövel nicht ein wenig Kontinuität. Es ist ja so, dass im Sommer fast immer die halbe Mannschaft ausgetauscht wird.
Natürlich wäre es schon, wenn man eine Mannschaft auch einmal über Jahre hinweg aufbauen könnte, wenn man sich dann im Sommer halt nur punktuell verstärken müsste. So ist das hier natürlich nicht. Aber ich kenne das ja auch nicht anders. Ich war hier vorher Jugendtrainer, und im Nachwuchsbereich ist die Fluktuation noch größer.

Aber warum gibt es denn immer so viele Wechsel in der Seniorenmannschaft?
Wir haben hier viele junge Spieler. Die können sich bei uns auch ins Schaufenster stellen. Und wenn sie eine gute Saison spielen, dann kann es sein, dass auch größere Vereine auf sie aufmerksam werden. Da sind wir dann nicht mehr konkurrenzfähig. Aber natürlich kann der Wunsch zur Trennung auch vom Verein ausgehen. Wenn man nach einer Saison oder auch schon nach einer Halbserie merkt, dass es nicht passt, dann ist ein Wechsel natürlich sinnvoll. Aber es ist bei uns ja nun auch nicht so, dass immer die ganze Mannschaft ausgetauscht wird. Da gibt es schon ein Gerüst mit Spielern wie Tim Oberdorf, Felix Gremme, Tim Dudda, Adrian Wasilewski, Simon Bukowski oder Max Claus. Diese Spieler sind ja schon ein bisschen länger bei uns.

Autor: Heiner Wilms

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