12.02.2018

Schalke II

Seit November kein Pflichtspiel mehr

Foto: Joachim Kleine-Büning

Im November vergangenen Jahres ging es für das Cinel-Team zuletzt um Punkte. Die Partie in Ennepetal wurde schon zweimal abgesagt.

Am vergangenen Sonntagnachmittag betraten die Oberliga-Fußballer des FC Schalke 04, die U23 des Vereins, den Kunstrasenplatz auf dem Vereinsgelände. Kurz zuvor hatte die U19 hier ihr erstes Meisterschaftsheimspiel bestritten, Preußen Münster mit 1:0 besiegt. Auch die U23 hatte ein Spiel vor der Brust, es ging gegen den SC Wiedenbrück. Am Ende stand es 1:1, nachdem Schalke-Coach Onur Cinel „60 richtig gute Minuten“ von seinem Team gesehen hatte. Der Unterschied zum Spiel der A-Junioren zuvor: Es war kein Pflichtspiel, die U23 kämpfte nicht um Punkte. Wieder einmal.

Ennepetal, immer wieder Ennepetal. Ende des vergangenen Jahres wurde das Auswärtsspiel der königsblauen U23 dort abgesagt und auf Sonntag verschoben, nun folgte die zweite Absage. Dass die Schalker nun seit drei Monaten auf ein Pflichtspiel warten müssen, findet Trainer Onur Cinel, wie auch seine Spieler, nicht so toll. „Es ist schade, wir stehen momentan vor vielen Fragezeichen, was die Spielansetzungen angeht.“

Dabei hatten die Schalker sich so viel vorgenommen für die Rückrunde. Nach einer nicht optimal verlaufenen Hinrunde – der S04 steht an siebter Stelle mit acht Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz und nun weiterhin zwei Nachholspielen in der Hinterhand – wollten die Königsblauen in Ennepetal den ersten Schritt einer starken Rückserie machen, an deren Ende der Aufstieg gelingen soll.

Dass dies kein Zuckerschlecken wird, hat das Team von Onur Cinel in der Hinrunde gemerkt. Zwar stellte Schalke mit Haltern und Kaan-Marienborn die beste Defensive, doch vorne stotterte der Schalker Motor, im Vergleich zum Rest der Liga mit deutlich mehr PS ausgestattet, ein wenig. Der Tabellenletzte, die zweite Mannschaft des SC Paderborn, erzielte mehr Treffer als die Schalker.

Dass königsblau heiß darauf ist, das schnellstmöglich zu ändern, konnte man in den Testspielen sehen. 13 Tore in den letzten drei Testspielen vor dem geplanten Ligastart in Ennepetal sprechen für sich, dazu ein 60-minütiges Offensivfeuerwerk gegen Regionalligist SC Wiedenbrück am Sonntag. Dass Onur Cinel mit seinem Team in der für ihn eigentlich zu langen Pause intensiv an der Offensive gearbeitet hat, will er gar nicht verneinen. Aber: „Wir haben jetzt kein Hauptaugenmerk nur auf den Angriff gelegt. Wir haben unsere Schwächen analysiert und die gezielt trainiert“, so der Trainer.

Das, was die Schalker dort einstudiert haben, scheint Früchte zu tragen – zumindest lassen das die Testspiele andeuten. „Wir haben in der Vorbereitung sehr gut nach vorne gespielt“, lobt Onur Cinel sein Team.
„Wir hatten viel Tiefe in unserem Spiel und haben ordentlich Tore gemacht.“ Die sollen seine Jungs nun auch in den Pflichtspielen schießen. Doch Cinel will nicht nur mehr Tore von seiner Mannschaft sehen. Nicht nur in den Ergebnissen, auch auf dem Platz soll eine Entwicklung erkennbar sein. „Wir wollen männlicher spielen, körperlicher, robuster“, fordert der Schalker Trainer.

Auf der Mannschaft lastet Druck

Ein Ziel in Form eines Tabellenplatzes geben die Schalker nicht aus – zumindest nach außen nicht. Allerdings wäre alles andere als der Aufstieg allein aufgrund des klangvollen Namens und den einhergehenden finanziellen Möglichkeiten ein schwerer Schlag für die königsblaue U23.

Dass man dies nicht nach außen kommuniziert – aufgrund des hohen Drucks, der sowieso schon auf der Mannschaft lastet, verständlich. Onur Cinel formuliert es diplomatischer: „Wir wollen den für uns bestmöglichen Fußball spielen und den daraus entsprechenden bestmöglichen Tabellenplatz.“ Am Sonntag wollen sie in Lippstadt diesen bestmöglichen Fußball zeigen – endlich mal wieder in einem Pflichtspiel.

Autor: Tim Lievertz

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