24.01.2018

Kommentar

Der VfL Bochum ist nicht mehr unabsteigbar

Foto: firo

Nach der Derby-Pleite gegen den MSV Duisburg wird der Rauswurf von Sportvorstand Hochstätter gefordert. Ein Kommentar

Vorab gilt es, dem MSV Duisburg zu gratulieren: Zu Beginn des neuen Jahres als Aufsteiger in der Zweiten Liga weit vor den Abstiegsrängen zu stehen, und das mit überschaubaren finanziellen Möglichkeiten, nötigt Respekt ab. Manager Ivica Grlic und Trainer Ilia Gruev haben das erreicht, wovon sie beim VfL Bochum nur noch träumen können: Zusammenhalt im Team und im Verein, Arbeit unter geordneten, angenehmen Bedingungen.

Der Satz, mit dem sich Gruev nach dem 2:0-Sieg im Zweitliga-Revierderby am Dienstagabend mitleidig an seinen Bochumer Kollegen Jens Rasiejewski wandte, war bezeichnend, war treffend: „Ich wünsche Bochum die Ruhe, die wir haben.“

Beim VfL lief schon während der gesamten ersten Saisonhälfte alles schief. Nach dieser deprimierenden Derby-Niederlage sollte sich nun niemand in Bochum mehr etwas vormachen: Für den selbsternannten Aufstiegs-Anwärter geht es jetzt nicht mehr um eine Aufholjagd, sondern nur noch um die Existenz als Zweitligist. In dieser Verfassung und in dieser Atmosphäre droht den einst in der Bundesliga Unabsteigbaren der Sturz in die Dritte Liga.

Im Zentrum der Kritik steht nicht zu Unrecht Christian Hochstätter. Fehler bei der Kaderplanung, zwei Trainer-Entlassungen, Ärger um seinen Sohn als Teammanager, auch um die Suspendierung von Ex-Kapitän Felix Bastians – da kommt schon einiges zusammen. Kein Wunder, wenn „Hochstätter raus“ gerufen wird. Aber: So einfach ist das nicht. Der VfL ist kein Krösus.

Gertjan Verbeek ist mittlerweile von der Gehaltsliste gestrichen, weil der Niederländer einen neuen Trainer-Job bei Twente Enschede bekam. Für den Irrtum mit Nachfolger Ismail Atalan bezahlt der VfL immer noch. Klar ist: Eine Trennung vom Sportvorstand kann sich der VfL nicht auch noch mal eben leisten. Hochstätter ist also unter anderem auch deshalb noch im Amt, weil er teure Fehlentscheidungen traf. Das nennt man wohl paradox.

Autor: Peter Müller

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