22.01.2018

VfL-Kommentar

Zuschauerkrise in Bochum

Foto: firo

Das Revierderby zwischen dem VfL Bochum und MSV Duisburg wird längst nicht ausverkauft sein. Ein Kommentar.

Die Resonanz ist enttäuschend: Rund 15 000 Karten hatte der VfL Bochum nach eigenen Angaben bis Montagmittag für das kleine Derby gegen den MSV Duisburg abgesetzt. Für ein Spiel, das die Deutsche Fußball-Liga auf diesen Dienstag legte, um der Zweiten Liga zum Start in die Rest-Rückrunde besondere Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, wie es seitens der DFL heißt. Ein Plan, der so nicht aufgeht.

Dass sich das Interesse an Tickets in Grenzen hält, mag auch an der für Berufstätige nicht idealen Anstoßzeit 18.30 Uhr liegen – ein Faktor, der aktuell aber eine eher untergeordnete Rolle spielen dürfte. Der maßgebliche Grund ist offenkundig: die Zuschauerkrise beim VfL Bochum. Der Klub war als Aufstiegsfavorit in die Saison gestartet, machte aber bislang mehr mit Intrigen und Zoff als mit positiven Ergebnissen auf sich aufmerksam. Das Chaos im Verein spaltet die Anhängerschaft.

Einige Fans wenden sich ab. Die Ultras verließen bereits ihre Plätze in der Ostkurve, um Sitzplätze in der Westkurve zu belegen. Die Konsequenz: Der Verein sperrte für das Spiel gegen den MSV zwei VfL-Blöcke, die sich direkt neben dem Bereich der Duisburger Fans befinden. Klub und Polizei wollen vermeiden, dass Anhänger aufeinandertreffen. Doch selbst bei der verringerten Kapazität wird das Stadion wohl bei weitem nicht ausverkauft sein.

Dabei bräuchte der VfL gerade in diesem Spiel viel Unterstützung. Rund 3500 Fans aus Duisburg werden anreisen, ihre Blöcke werden gut gefüllt sein. Während der MSV als Tabellensiebter relativ unbesorgt aufspielen kann, steht der VfL unter enormem Druck. Eine Heimniederlage gegen Duisburg würde Bochum nicht nur künftig noch mehr Zuschauer kosten. Sondern sie wäre auch ein sportliches Desaster – mit weitreichenden Folgen.

Autor: Nils Balke

Kommentieren

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken