21.01.2018

Kommentar

Schalke ist größer als Leon Goretzka

Foto: Firo

Der FC Schalke 04 wird seinen besten Spieler Leon Goretzka verlieren. Auch dem BVB droht der Abgang eines Stars. Ein Kommentar über die Lage der beiden Revierklubs.

Aus der Sicht des Ruhrgebiets reicht der Blick hinauf in den Norden und rüber ins Rheinland, um die Laune zurück ins Gleichgewicht zu bringen. Die aktuellen Sorgen bei Schalke 04 und Borussia Dortmund sind dagegen Luxusprobleme. Beim Hamburger SV kämpfen Vorstand und Fans mit dem x-ten Trainer ums sportliche Überleben. Der 1. FC Köln feiert den ersten Auswärtssieg seit einem Jahr wie den Gewinn einer Meisterschaft, was wiederum einen Rückschluss auf das Nervenkostüm zulässt: Kleinste Erfolge erscheinen wie ein Silberstreif am Horizont – so schlimm steht es um den Verein.

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Anders Schalke und Dortmund. Beide sind weder abstiegsgefährdet noch finanziell bedroht. Was ihnen passiert ist: Zwei Leistungsträger werden, was zu erwarten war, den Verein verlassen. Leon Goretzka den FC Schalke und wohl Aubameyang den BVB. Das ist, gar keine Frage, eine sportliche Schwächung. Aber nicht der Weltuntergang, wie man den Diskussionen im Internet und am Trainingsplatz entnehmen kann. Schalke und Dortmund werden, das ist sicher, weiterhin Fußball spielen. Kommende Saison vermutlich sogar in der Champions League.

Das Jammern über die scheinbar kaufwütigen Bayern bringt ebenso wenig wie die Wutausbrüche über Goretzka, der seine Fußballkarriere lieber in München als Gelsenkirchen fortsetzt. Oder glaubt nur einer, der krakeelt, dass Goretzka dann doch bleibt? Wer ein Ventil braucht, um die Wut loszuwerden, sollte bei Gelegenheit ins Fitness-Studio gehen oder sich mit der Frage beruhigen: Hat Schalke 04 in der Verletzungspause von Goretzka nicht hinreichend bewiesen, dass man auch ganz gut ohne ihn spielt?

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So viel Vertrauen darf man dann Richtung Christian Heidel zeigen, dass der Sportchef einen Plan B hat. Genauso in Dortmund: Oft genug konnte der BVB beweisen, dass kein Spieler größer als der Klub ist. Auch Aubameyang nicht. Darum sollte das Ruhrgebiet auch mal voller Stolz sagen, dass hier im Revier Zustände wie im Norden und im Rheinland eben nicht herrschen, und mit dem Geplärre aufhören. Sonst entsteht noch der völlig falsche Eindruck.

Autor: Pit Gottschalk

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