01.12.2017

Schalke

Goretzkas Entscheidung rückt näher

Foto: Firo

Schalkes Sportvorstand Heidel macht sich nach dem Derby neue Hoffnungen. Trainer Tedesco hat längst umgeschaltet: Alle Konzentration gilt dem Köln-Spiel.

Die unglaubliche Derby-Aufholjagd beim 4:4 in Dortmund könnte für Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 neben dem Glauben, künftig jeden Rückstand durch eine Energieleistung umbiegen zu können, einen weiteren positiven Nebeneffekt haben. Nämlich den, dass Mittelfeld-Star Leon Goretzka seine Zukunft weiterhin auf Schalke sieht.

„Ich glaube schon, dass so ein Derby an einem Fußballer und natürlich auch an Leon Goretzka nicht spurlos vorübergeht. Und ich glaube auch, dass es etwas war, was ihn beeindruckt hat. Sicherlich verschlechtert die positive Entwicklung der Mannschaft unsere Sitution nicht“, sagt Manager Christian Heidel, der nach wie vor auf den Verbleib des Mittelfeld-Stars hofft.
Goretzkas Vertrag läuft im Juni 2018 aus. Schalke hat vor einigen Wochen ein Jahresgehalts-Angebot im zweistelligen Millionen-Bereich abgegeben. Nachgebessert wurde in den letzten Tagen nicht mehr. Da der Nationalspieler im Sommer ablösefrei ist, steht er bei nahezu jedem europäischen Top-Verein auf dem Zettel. Neben Bayern München und dem FC Barcelona soll auch Manchester City längst die Witterung aufgenommen haben.

Die Frage ist jetzt: Wann entscheidet sich Goretzka, für welchen Klub er künftig spielt? „Es scheint ja so zu sein, dass auch andere Vereine Interesse haben. Die werden ungern bis zum 29. Juni warten wollen“, sagt Heidel.
Der 54-Jährige geht nicht davon aus, dass Goretzka noch monatelang auf Zeit spielt, bevor er Nägel mit Köpfen macht. Heidel: „Wir haben kein Datum festgesetzt. Es wird automatisch so kommen, dass es eine Sache wird, die im Winter entschieden wird. Keine Ahnung, ob es am 17. Dezember oder am 2. Januar ist. Wir haben Leon nicht gesagt: Du musst uns bis dann und dann Bescheid geben.“

Gelegentlich greift Christian Heidel zum Telefon, wenn ihm neue Goretzka-Spekulationen fundiert vorkommen. Heidel fragt dann den aktuellen Stand bei Berater Jörg Neubauer ab. „Wenn ich von einem neuen Verein lese, wo Leon angeblich gestern gerade Kaffee trinken war, rufe ich schon mal an und frage: Muss ich etwas wissen? Wir pflegen einen fairen und ehrlichen Umgang. Es gibt keinerlei Dissonanzen zwischen Leon, seinem Management und uns.“ Eine Tendenz kann Heidel trotz der guten Verbindung aber nicht erkennen: „Ich weiß nicht, ob Leon bleibt oder geht.“

Mit einem wiedergenesenen Goretzka, der in Dortmund als Einwechselspieler rund eine Stunde lang dafür sorgte, dass Schalke Linie, Schwung und Kreativität ins Spiel bekam, soll die Aufgabe am Samstag gegen den noch sieglosen Tabellenletzten 1. FC Köln erfolgreich bewältigt werden. Ab 18.30 Uhr befindet sich Schalke zu Hause so klar wie selten zuvor in der Favoritenrolle. „Es wäre fahrlässig zu glauben, dass wir nach diesem Spiel in Dortmund die Kölner im Vorbeigehen schlagen“, warnt Domenico Tedesco.

„Das Derby ist jetzt Vergangenheit“

Das Derby-Erlebnis hat auch den jungen Trainer beeindruckt. Aber Tedesco ist ein Typ, der den Schalter ganz schnell umlegt. „Dieses 4:4 wird bei jedem im Langzeitgedächtnis bleiben. Aber es ist jetzt Vergangenheit“, sagt Tedesco. Seit Dienstag, als er seine Spieler zum ersten Training dieser Woche bat, gibt es für ihn nur noch ein Thema: das Spiel gegen den 1. FC Köln

Autor: Thomas Tartemann

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