23.10.2017

Schalke

Bentaleb fehlt es manchmal an Teamgeist

Foto: firo

Der unbequeme Mittelfeld-Star fühlt sich bereit, eckte aber zuletzt an. Im DFB-Pokal bei Wehen Wiesbaden setzt Trainer Tedesco auf kleine Rotation.

Das DFB-Pokalspiel beim Fußball-Drittligisten SV Wehen Wiesbaden ist für Schalke 04 am Dienstag (18.30 Uhr, Brita-Arena) nur eine Pflichtaufgabe. Und eine Sache der Konzentration. „Wenn wir nur ein paar Prozent nachlassen, dann kann es Probleme geben. So ein Pokalspiel kann dann ein heißer Tanz werden“, warnt Sportvorstand Christian Heidel.

In der Bundesliga haben sich die Königsblauen nach den beiden 2:0-Siegen über Hertha BSC und den 1. FSV Mainz 05 auf einem Europa-League-Platz festgesetzt. Jetzt soll die Erfolgsbilanz auch auf den anderen Wettbewerb ausgedehnt werden. „Wir haben gemeinsame Ziele. Priorität eins heißt: Weiterkommen, egal wie“, sagt Trainer Domenico Tedesco.

Mischung aus Konzentration und Sachlichkeit

Damit das Vorhaben in die Tat umgesetzt wird, erwartet der 32-Jährige eine Mischung aus Konzentration und Sachlichkeit. „Wir möchten ein seriöses Spiel abliefern. Es ist enorm wichtig, konstant zu bleiben. Wir haben zuletzt seriös gespielt, das wollen wir auch in Wehen machen.“ Tedesco weiß: „Wehen hat gegen uns nichts zu verlieren. Bei uns gibt es aber nicht die Angst vor der Blamage. Wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken und am Ende weiterkommen. Egal wie.“

Was Domenico Tedesco mit dem Begriff „seriös“ meint, macht er anhand eines Beispiels plausibel. „Wenn wir angreifen, dann nicht mit zehn Mann. Es sind mit Hertha und Mainz Mannschaften auf uns zugekommen, die brutal stark im Umschalten sind. Es ist wie bei einer Waage: Es geht darum, die richtige Balance zu finden. Mit wie vielen Leuten greifst du an, mit wie vielen Spielern bleibst du hinter dem Ball? Im Grunde ist es das Bild eines Boxers: Du darfst nie die Deckung verlieren.“

Die Chance, dass einige zuletzt wenig berücksichtigte Profis aus der Deckung hervorkommen und beim Pokal-Kampf die Chance zum Beweisen erhalten, ist hoch. Ein Kandidat ist Nabil Bentaleb. Nach seiner Schambein-Entzündung musste der 22-Jährige in den vergangenen Partien mit der ungewohnten Reservisten-Rolle Vorlieb nehmen.

Breel Embolo wieder im Kader

Im Training wirkte der algerische Nationalspieler, der an guten Tagen mit genialen Einfällen Spiele entscheiden, aber an schlechten Tagen auch ein Risikofaktor sein kann, engagiert. „Wie wir rotieren, werden die Trainingseindrücke zeigen. Einige Jungs hätten sich Einsätze verdient“, sagt Tedesco – und meint damit rein sportlich auch Bentaleb.

Der Mittelfeld-Mann könnte dafür sorgen, dass Nationalspieler Leon Goretzka nach leichten muskulären Problemen im Hinblick auf das Wolfsburg-Heimspiel kurz durchschnaufen kann. Gegen einen Einsatz spricht, dass Bentaleb den Teamgedanken nicht immer so interpretiert, wie Tedesco und sein Trainerteam es gerne hätten. Nach dem Mainz-Spiel soll Bentaleb die Teilnahme am obligatorischen Mannschaftskreis abgelehnt haben. Damit macht er es sich unnötig schwer auf Schalke.

Bei Stürmer Breel Embolo ist nach fast einjähriger Verletzungspause Geduld gefragt. Zuletzt saß Embolo nur auf der Tribüne, weil die Trainings-Eindrücke zu dünn waren. „Er hat in allen Werten keine gute Leistung gebracht, hat wenig Kilometer abgespult. Wenn er im roten Bereich war, dann nur für kurze Zeit. Das sind alles Symptome, dass er nicht die beste Phase hatte“, so Tedesco, der hinzufügt: „Es geht darum, ihn zu unterstützen, ihn manchmal auch zu schützen und ihm Trainings-Belastungseinheiten zu geben.“ In Wehen zählt Embolo zum Kader.

Autor: Thomas Tartemann

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