07.08.2014

Rödinghausen

Die Taktikfüchse vom Wiehengebirge

Wenn man es so ausdrücken will, dann ist Rödinghausen so etwas wie das Holland der Regionalliga West.

Schließlich erinnerte der Flugkopfball von [person=3231]Nico Schneck[/person] zum Sieg gegen Kray schon frappierend an das Husarenstück von Robin van Persie gegen Spanien.

Vor allem taktisch gibt es eine Parallele. Wie die Niederlande ist der Aufsteiger etwas unkonventionell unterwegs und agiert im 3-5-2-System. Hat sich der SVR diese Taktik bei den Auftritten der „Elftal“ in Brasilien abgeguckt? Von wegen! Es ist eher genau andersherum.

3-5-2? Spielen wir schon seit der Winterpause!

„Wir spielen das ja schon seit der Winterpause“, sagt Andy Steinmann – fast mit einem Gähnen. Erfunden hat es also nicht Louis van Gaal, sondern Mario Ermisch! In der – sehr erfolgreichen – Oberliga-Rückrunde kauften die Ostwestfalen so der Konkurrenz den Schneid ab.


Die Weltmeisterschaft kam erst später; und den Rödinghausenern alles andere als gelegen. „Da haben das dann ja auf einmal alle gespielt. Nicht nur Holland, sondern auch Mexiko und andere“, ärgert sich Steinmann über den verloren gegangenen Überraschungseffekt.

Denn eine Vierer-Abwehrkette ist ja ein ziemlich alter Hut. „Jeder C-Lizenz-Inhaber weiß genau, wie man eine Viererkette bespielt. Aber eine Dreierkette stellt viele Gegner vor unerwartete Probleme“, weiß der Co-Trainer des SV – und genau das sei seiner Mannschaft in der Vergangenheit entgegen gekommen.

Auch Luhukay ist nach dem Testspiel umgestiegen

Um noch ein bisschen an der Taktiktafel zu bleiben: „Gegner-bedingt“ sind Ermisch und Co auch umgeschwenkt – nicht nur auf ein 5-2-3 – die Außenbahnspieler rücken dann nach hinten – sondern auch mal auf ein 4-4-2 oder 4-2-3-1. „Das können wir auch. Wir sind nicht auf das 3-5-2 versteift“, hält Steinmann fest.

Ein Erlebnis aus der Saisonvorbereitung ist für den ehemaligen Schalker dann aber doch ein deutliches Indiz, dass der Verein vom Wiehen seiner Zeit voraus ist: „Nach unserem Testspiel gegen Hertha ist Jos Luhukay auch umgestiegen“, zwinkert der Assistenztrainer mit Blick auf die achtbare Leistung bei der knappen 0:2-Niederlage.

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Die Gegenwart heißt aber Kray – beziehungsweise Mönchengladbach II. Wie geht Rödinghausen das erste Auswärtsspiel der Vereinsgeschichte an? „Als Regionalliga-Aufsteiger sind wir anders als in der Oberliga eher eine Mannschaft, die auf den Gegner reagiert“, verrät Steinmann. Was bei den kleinen Fohlen genau geplant ist, bleibt noch ein Geheimnis.

Vielleicht erweisen sich die Taktikfüchse vom Wiehengebirge ja demnächst erneut als Vorreiter und zaubern etwas ganz anderes aus dem Hut. Ist in der Mode ja genauso: Was heute total out ist, ist irgendwann wieder der letzte Schrei!

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