17.06.2014

Rauferei vor Grugahalle

Security und Veranstalter zeigen sich irritiert

Die auch von RS übernommene Meldung, dass nach dem Public Viewing in der Grugahalle eine Schlägerei mit 100 Personen das Jubelbild trübte, relativiert sich am Tag danach.

Wie unter anderem auch von Seiten des Veranstalters mitgeteilt wurde, entspricht das tatsächliche Ausmaß der Auseinandersetzung vor der Grugahalle nicht der Berichterstattung der Medien. Der Geschäftsführer des zuständigen Sicherheitsdienstes, Mohammed Issa, bestätigte auf Nachfrage von RevierSport, dass die Darstellungen bei weitem überzogen seien und den Tatsachen mitnichten entsprächen.

"Das Ganze wurde völlig unnötig aufgebauscht und ist eigentlich wirklich nebensächlich. So etwas kommt bei fast jeder Großveranstaltung, wo Alkohol ausgeschenkt wird, vor", resümiert Issa, der selber mit Kollegen seines Security-Dienstes die Streithähne vor der Halle trennte. "Es waren insgesamt sechs Personen unterschiedlicher Herkunft beteiligt, die vor der Halle aneinander gerieten. Eine Person trug ein blaues Auge davon, viel mehr ist nicht passiert. Wir haben alle beteiligten Personen der Polizei zugeführt, die abseits wartend das Geschehen beobachtetn, damit Personalien aufgenommen werden konnten. Nach zehn Minuten war die Sache auch schon wieder vorbei."

Laut Thomas Siepmann, Geschäftsführer des Veranstalters TAS, werden diese Angaben mittlerweile auch von der Essener Polizei in Person von Ulrich Faßbender bestätigt. Im Nachhinhein wird dem Veranstaltungspersonal des Essener Public Viewings und seinem Sicherheitsdienst sogar ein sehr besonnenes Vorgehen attestiert. Warum und wie der Eindruck erweckt wurde, es habe sich um 100 beteiligte Personen gehandelt, ist für Issa und Siepmann nicht nachvollziehbar.

"Wenn eine Massenschlägerei diesen Ausmaßes vor der Grugahalle ausgebrochen wäre, hätte die Polizei, die mit massiven Kräften vor Ort war, eingegriffen. Dies war aber in keinem Moment der Fall", bekräftigt Issa, während Siepmann am Tag nach dem grandiosen deutschen Sieg und einem rundum gelungenen Auftakt des Public Viewings seine Enttäuschung über die Fehlberichterstattung nur schwer unterdrücken kann: "Ich bin schon sehr irritiert, dass solche Fehlmeldungen von der Polizei zunächst authorisiert und diesen erst nach deutlicher Intervention unsererseits widersprochen wird. Dem Essener Public Viewing wird mit einer solchen Handlungslogik immens geschadet, denn Nachrichtenagenturen haben die falschen Informationen längst übernommen und bundesweit gestreut. Wir behalten uns hier als Veranstalter weitere Schritte vor. Es ist eigentlich traurig, denn dieses Bild wird der Veranstaltung, den Motiven aller Beteiligter und den Essener Fußballfans überhaupt nicht gerecht."

Autor: RS

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