27.05.2013

WF: Bezirksliga kompakt

Spielabsagen verzerren Tabelle

Spielabsagen sorgen für tabellarische Verzerrungen in der Bezirksliga. Das Glück einiger Teams könnte zum Untergang anderer Mannschaften werden.

Bezirksliga 6

In der sechsten Staffel der Bezirksliga wurde leider nur die Hälfte der Spiele tatsächlich ausgetragen. Zwei Mannschaften konnten sich über drei geschenkte Punkte freuen. So konnte der VfK Iserlohn einen Zähler gegen den Abstieg einfahren, weil der Tabellenletzte TuS Stöcken Dahlerbrück "aus Personalmangel" nicht zum Spiel erschien. Etwas ungewöhnlicher kam ETuS/DJK Schwerte zu ebenso wichtigen drei Zählern gegen den Abstieg, denn obwohl die Mannschaft der TSG Herdecke hätte spielen können, zog der Vorstand das Team zurück und die Punkte gingen an Schwerte.

"Das Verhalten von der TSG Herdecke ist nicht in Ordnung!"

Doch nicht alle haben Grund zur Freue, denn wenn zwei Mannschaften wichtige Punkte "geschenkt" werden, gibt es natürlich auch Teams, die dadurch immer mehr in Abstiegsnöte geraten. Ein solches ist die SpVg SW Breckerfeld, die trotz des beachtlichen Remis gegen die favorisierte Mannschaft vom VfL Schwerte nicht wirklich in Feierstimmung ist. Heiko Zankana, Co-Trainer der Breckerfelder, ist mit der Situation unzufrieden: "Erst geben wir einen verdienten Sieg durch eine Unachtsamkeit weg, obwohl der Gegner so gut wie keine Torchance hatte, dann bekommt die Konkurrenz noch Punkte geschenkt. Das Verhalten von TSG Herdecke ist nicht in Ordnung." Aber Zankana sieht noch eine kleine Hoffnung am Horizont, wie das Unrecht doch noch beglichen werden kann: "Stöcken hat schon zweimal abgesagt. Sollte die Mannschaft eventuell zu einem dritten Spiel nicht antreten, dann könnte es sein, dass wir vielleicht die Punkte zurückkriegen, die wir gegen die verloren haben." Doch Zankana will nicht nur auf die anderen sehen: "Wir dürfen als Herbstmeister nicht absteigen. Deswegen ist es ganz klar: Wir müssen, wir werden gegen Geisecke gewinnen!"

Bezirksliga 7

TuS Wickede Ruhr hält sich minimale Möglichkeiten offen, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Das beachtliche Unentschieden gegen die favorisierten Gäste von Westfalen Liesborn ist zwar nur ein klitzekleiner Schritt, aber dennoch eine Tendenz in die richtige Richtung. So braucht Wickede noch neun Punkte aus den letzten vier Spielen – unter der Bedingung, dass die Mannschaft vom SV Langschede nicht mehr punktet, denn dann könnte der Klassenerhaltszug für den TuS bereits vorzeitig abgefahren seien.

Sehr gute Saison kontra überragende Saison

Wer zur Halbzeit bereits die Spielstätte verlassen hat, der könnte dies beim Spiel SVF Herringen gegen TuS Lohauserholz sicherlich bitter bereut haben. Während die erste Halbzeit laut Herringen-Trainer Ralph Oberdiek noch ein "Spiel auf Augenhöhe" war, so "war meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit deutlich überlegen". Innerhalb von knapp 20 Minuten schoss Oberdieks Team vier Tore und sah wie der sichere Sieger aus, verlor dann aber "für sechs Minuten den Faden". Lohauserholz schlug zurück und netzte seinerseits dreimal ein, zum Zwischenstand von 4:3 für Herringen. Das letzte Tor gehörte aber den Herringern, die sich am Ende mit 5:3 durchsetzten. Warum man trotz der super Saison mit 16 Punkten hinter dem BSV Menden liegt, erklärt Oberdiek: "Wir spielen zwar eine sehr gute Saison, aber Menden spielt eine überragende Saison. Nichtsdestotrotz ist die Relegation unser Ziel und das ist für unsere junge Mannschaft schon ein toller Erfolg. Das wird eine sehr interessante Erfahrung für meine Jungs."

Bezirksliga 8

Wie schon in den letzten paar Wochen, wurden auch an diesem Sonntag einige Punkte in die untere Tabellenhälfte abgegeben. Das Spiel SG Phönix Eving gegen SuS Kaiserau war für beide Teams ein wegweisendes, weil man sich mit einem Sieg über einen direkten Konkurrenten gut aus der Abstiegsaffäre hätte ziehen können. Den wichtigen Dreier konnten, entgegen vieler Erwartungen, die Gäste aus Kaiserau einfahren, die die Abstiegsängste bei Phönix Eving noch einmal ordentlich anheizen konnten. Die Sorgen bei Eving sind nicht nur wegen der Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten angewachsen, sondern auch aufgrund des Sieges des Werner SC, des Remis von SG Alemannia Scharnhorst sowie des Kantersieges des Königsborner SV.

Königsborn verbessert mit Kantersieg seine Ausgangsposition enorm

Dass dieser so überhaupt nicht zu erwarten war, gibt Trainer Frank Griesdorn der Königsborner offen zu: "Es ist überraschend gut gelaufen für uns, dabei musste ich noch einen Spieler aus der Dritten Mannschaft zu uns holen, der seinen Job aber richtig gut gemacht hat." Dabei "drohte das Spiel beim Zwischenstand von 2:1 zu kippen. Doch unser Keeper hat sehr gut gehalten, vor allem als wir gewackelt haben." Beim Blick auf die Tabelle fasst Griesdorn zusammen: "Wir haben unsere Ausgangsposition zwar enorm verbessert, aber die Konkurrenz hat auch gewonnen. Es bleibt also weiterhin spannend." Ehrlich ergänzt der Trainer: "Unser Sieg ist zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen. Das liegt einfach daran, dass wir eine tolle Trefferquote hatten. Nahezu jeder Schuss von uns ist im Tor von Eving gelandet." Lesen Sie weiter auf Seite 2.

Autor: Marc Friedrich / Leonidas Exuzidis

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