Doch der sportliche Höhenflug des Tabellenzweiten der Oberliga Westfalen wirft neue Fragen auf. Darf der ASC 09 Dortmund überhaupt aufsteigen. Auch wenn Dortmund Trainer Adrian Alipour davon nichts hören oder lesen will: Wer seit Saisonbeginn auf einem Aufstiegsplatz steht, rückt irgendwann auch zwangsläufig in den Kreis der Mannschaften, die tatsächlich den Sprung schaffen können.
Als Abstiegskandidat gestartet mischt die junge Truppe nun schon seit Wochen die Liga auf. Die vermeintlich Arrivierten warten aber bislang vergeblich auf ein Einbrechen der Dortmunder. Wenn das auch im neuen Jahr so bleibt, könnte die Sensation tatsächlich gelingen, auch wenn sicherlich gerade der FC Schalke 04 etwas dagegen haben dürfte.
Aber ab wann würde man sich beim ASC 09 denn tatsächlich intensiver mit dem Aufstieg befassen? Wenn es nach Alipour geht, erst einmal gar nicht. „Ne, überhaupt nicht. Wenn man ein Haus baut, fängt man ja auch nicht beim Dach an“, weist der ASC-Coach derartige Gedanken (noch) weit von sich. „Wir genießen die Situation gerade, wir genießen die Situation extrem“, gibt er zu. „Aber wir sind auf dem Boden. Wir sind komplett geerdet. Jeder geht sehr respektvoll mit der Situation um. Was zählt, ist, dass die Mannschaft sich entwickelt und die jungen Spieler sich entwickeln. Da sind wir auf einem sehr guten Weg.“
Im Vorstand sieht das etwas anders aus, muss es ja auch. Im Hintergrund sollen bereits erste Gespräche mit den Sponsoren stattfinden, ob die Regionalliga für die Dortmunder zu stemmen wäre. „Wir müssten aber zunächst einmal schauen, ob das in irgendeiner Form überhaupt Sinn macht“, erklärt Pressewart Torsten Casper. „Nehmen wir zum Beispiel die Stadionfrage. Wir haben ja gar keine Spielstätte, wo wir mehrere hundert Fans von Rot-Weiss Essen unterbringen könnten.“
Laut Casper will sich der Verein frühestens im März näher mit dem Thema befassen. „Wir halten da schön den Ball flach“, meint Casper. Man möchte zunächst die weitere Entwicklung abwarten. „Wir haben eine junge Truppe, die auch mal vier Spiele in Folge nacheinander verlieren kann. Und dann lacht sich die ganze Oberliga über uns kaputt, wenn wir hier schon irgendwelche Pläne schmieden“, mahnt Casper zu Bescheidenheit und Demut. Solche Sorgen hätten andere Vereine auch gerne.