In diesem Jahr ist er wieder mittendrin – und kann doch noch deutlich wervoller für die Mannschaft werden. Knieprobleme sorgten dafür, dass Soukou nach dem Siegen-Spiel kurzzeitig pausieren musste. Die Kollegen überzeugten ohne ihn gegen Wattenscheid und plötzlich fand er sich auf der Bank wieder. „Da die Mannschaft gut gespielt hat, habe ich keinen Grund gesehen, zu wechseln, auch wenn Cebio vorher so eine Art Stammspieler war“, gibt RWE-Trainer Marc Fascher zu.
Jetzt könnte Soukous Chance wieder kommen. Patrick Huckle muss aussetzen, da er in Uerdingen eine Gelb-Rote Karte gesehen hat. Dass Tim Hermes links verteidigt und Soukou, der schon in den beiden letzten Spielen Faschers erste Einwechseloption war, wieder in die Mannschaft rückt, ist eine realistische Variante. „Ich gehe davon aus, dass ich spielen werde“, sagt der 22-Jährige selbstbewusst über seine Chancen.
"Mein Ziel ist es, zur Rückrunde körperlich top da zu sein"
Doch ganz so sicher ist diese Variante nicht. Angesprochen auf Soukou, findet Fascher durchaus auch kritische Worte. „Cebio ist ein bisschen ein Spiegelbild für uns gewesen. Wir hatten in dieser Saison immer wieder gute Phasen im Spiel, aber dann wieder Leerlauf. Es gilt für ihn, mehr herauszuholen und seine Qualitäten – die zweifellos vorhanden sind – nicht nur phasenweise, sondern über 90 Minuten zu zeigen.“
Konstanz ist ein Thema, dass Rot-Weiss Essen in dieser Saison begleitet hat. Dass sie Soukou noch etwas fehlt, ist sicherlich nur zu verständlich, nachdem er fast die komplette vergangene Saison verpasst hatte. Der Offensivmann gibt zu, dass er noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. „Ich denke, es fehlt nicht mehr viel, um wieder der zu sein, der ich vor meiner langen Verletzung war, aber ein bisschen schon. Mein Ziel ist es, zur Rückrunde körperlich top da zu sein“, erklärt Soukou.
"Es ist wichtig, dass er nicht vergisst, wie er gelitten hat"
Damit er in Zukunft noch wertvoller für RWE wird, erwartet Fascher von seinem Schützling vor allem eines: Bescheidenheit. „Es ist wichtig, dass er nicht vergisst, wie er gelitten hat. Er muss auch mal zu sich selbst sagen: ‚Wie geil ist es eigentlich, meinen Job ausführen und wieder Fußball spielen zu können?‘“ Dieses Thema habe er auch schon in einem Gespräch mit Soukou angerissen, verrät der Coach. „Sogar seine Freundin hat zu ihm gesagt: ‚Du Cebio, jammer hier nicht rum! Vor ein paar Monaten bist du ganz anders nach Hause gekommen.‘ Das darf er nicht vergessen.“
Im Gespräch macht Soukou den Eindruck, als habe er Faschers Worte verstanden. „Ich habe Essen viel zu verdanken“, weiß er. „Dass ich nach meiner Rückkehr die Chance bekommen habe, zu spielen, damit habe ich ehrlicherweise vor der Saison nicht gerechnet. Meine Aufgabe ist es jetzt ganz klar, das Beste abzuliefern, was in meiner Macht steht.“ Vielleicht darf er schon am Freitag gegen Düsseldorf II damit anfangen.